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Skrupellos gelinkt

Badenia Skandal weitet sich aus - Was haben die Manager gewusst - Kungeleien von Ex-Vorstand Agostini mit unseriösem Vermittler - Kompromisslosigkeit wider besseres Wissen

München, 02.11.2004: Schlagzeilen eigener Art produziert derzeit die Bausparkasse Badenia. Deren Ex-Finanzvorstand Elmar Agostioni sieht sich derzeit mit einer weiteren Führungskraft des Hauses einem Ermittlungsverfahren wegen Betruges ausgesetzt. Zusammen mit dem damaligen Vorstandschef musste er bereits seinen Posten räumen. Er soll mit dem zwischenzeitlich insolventen Immobilien-Strukturvertrieb der Heinen & Biege-Gruppe zusammengearbeitet und damit an der Schädigung von ca. 8000 arglosen Immobilienerwerbern mitgewirkt haben. Dies mit z.T. gravierenden Folgen. Mehrere Opfer der unseligen Verbindung haben zwischenzeitlich Selbstmord begangen, zuletzt die 28-jährige Krankenschwester Anja Schüller.

Der Badenia gelang es bis zuletzt, Haftungsansprüche in Gerichtsverfahren abzuwehren, nicht zuletzt dank bestens eingestellter Zeugen. Auch hier droht Ärger. So hat der ehemalige Heinen & Biege-Justiziar Jürgen Lahrmann zwischenzeitlich eingeräumt, Vermittler vor anstehenden Prozessen in Rollenspielen umfangreich "eingenordet" zu haben, um "passende" Aussagen zu erzielen. Soweit dies nichts half, drohte man ihnen, so Lahrmann, mit Regressansprüchen seitens der Badenia oder Heinen & Biege. Hier wird jetzt auch wegen Prozessbetruges ermittelt. Und es scheint für die Karlsruher eng zu werden.

Spricht doch ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht schon 2001 in Auftrag gegebenes Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche von einer systematischen Überbewertung der Immobilien. Die Methoden der Heinen & Biege-Vermittler sind zwischenzeitlich ausführlich in der Presse dargestellt worden. Immer wieder findet sich die Behauptung, die Wohnungen finanzierten sich gleichsam von selbst. Nach unseren Erkenntnissen durchaus glaubhaft, entspricht es doch der Praxis vieler derartiger Vertriebe aus der Schmuddelecke des Immobilienvertriebes.

Es kommt hinzu, dass es Hinweise gibt, dass der problematische Hintergrund der Geschäfte schon relativ früh bekannt war. Ein interner Revisionsbericht wirft Finanzchef Agostini ausweislich der Süddeutschen Zeitung vom 30.10.2004 schon früher krasse Überbewertungen von Immobilien im Zusammenhang mit der Heinen & Biege Gruppe vor. Über eine eigene Firma habe er u. a. vier Wohnungen zu Mondpreisen an die Drücker veräußert. Und damit im Zusammenhang gleich entsprechende Darlehen gewährt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Der zweifelhafte Charakter der vermittelten Immobilien wird wohl zwischenzeitlich ebenfalls gesehen. Verantwortung will man gleichwohl nicht übernehmen. Vergleichsverhandlungen werden verzögert und durch immer neue Rückfragen immer neuer Bearbeiter erschwert. So verwundert es nicht, wenn laut SZ vom 30.10.2004 bislang erst Regelungen mit ca. 80 von über 8000 Kunden getroffen worden sein sollen. Dies liege angeblich daran, dass wichtige Unterlagen nicht oder nur verzögert weitergegeben worden seien.

Auf diese Weise will man sich auch der Verantwortung für den (vorerst) letzten Selbstmord entziehen. Was die in dieser Sache hauptsächlich engagierte Düsseldorfer Anwaltskanzlei Reiter zurückweist. Wohl zu recht, wie unsere Erfahrungen zeigen. Mindestens organisatorisch liegt hier vieles im Argen. Wir stellen fest, dass wir vier Schreiben von vier unterschiedlichen Bearbeitern bekommen haben. Und dass immer wieder neue Forderungen gestellt werden. Was den Erfahrungen der Düsseldorfer Kollegen zu entsprechen scheint.

Der Eindruck, dass man die Verhandlungen hier gezielt verschleppt und erschwert, kann sich da schon aufdrängen. Ob sich die Badenia damit einen Gefallen tut, mag dahinstehen. Dass die geprellten Darlehenskunden, deren Schaden sich immerhin auf ca. 340 Mio. Euro belaufen soll, dem Institut nicht sonderlich am Herzen liegen, daran hat man sich ja schon gewöhnt.

Es bleibt ein schaler Beigeschmack. Denn die hier bereits bis jetzt bekannt gewordenen Praktiken sind ebenso gruselig wie der Verdacht, dass es auch woanders durchaus ähnlich gelaufen sein könnte. Dies wirft ein Schlaglicht auf eine Banken- und Finanzbranche, deren Nimbus als angeblicher Hort der Solidität und Aufrichtigkeit schon lange nicht mehr haltbar ist. Wir bleiben für Sie am Ball.