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Herr und Hund - zweifelhafte Geschäfte der Badenia

Wirtschaftsprüfergutachten enthüllt wirtschaftliche Abhängigkeit der Heinen & Biege-Gruppe von der Badenia - OLG Karlsruhe gibt geschädigter Immobilienkäuferin recht

München, 01.12.2004; Schwere Zeiten brechen für die Badenia Bausparkasse an. Die düstere Vergangenheit ihrer zweifelhaften Immobiliengeschäfte holt das Karlsruher Institut zunehmen ein. Über aggressive Strukturvertriebe (Köllner u. Co. Heinen und Biege-Gruppe) hatte das Unternehmen ganz offensichtlich Immobilien aus dem Wohnungsbestand ihrer Schwestergesellschaft ALLWO an unerfahrene Klein- und Mittelverdiener gebracht. Dies mit aggressivsten Vertriebsmethoden als detailliert ausgearbeitetes und durchgestyltes "Vermögensbildungsmodell". Finanziert werden sollte über Sofortdarlehen entweder der Badenia selbst oder befreundete Banken, die sodann durch gleichzeitig angesparte Bausparverträge abgelöst werden sollten.

Die Mietzahlungen sollten über in den jeweiligen Objekten gebildete Mietpools sichergestellt werden, um individuelle Vermietungsrisiken und entsprechende Aktivitäten zu erübrigen. Die so vermarkteten Wohnungen stammen teilweise aus dem Bestand der Neuen Heimat, der von der Konzernschwester ALLWO in Teilen übernommen worden war. Es handelt sich vielfach um ältere Bestandsobjekte in weniger attraktiven Lagen, die vieles können, nur eines nicht: Sie können ihren Erwerbern kaum die wahre Freude bescheren und sind ganz sicherlich nicht als taugliches Anlageobjekt geeignet, wenn sie zu Preisen wie hier geschehen in den Markt gedrückt werden. Hier hat man ganz offensichtlich die Unerfahrenheit des zahlenden Publikums ausgenutzt.

Im Prinzip ist das nichts anderes als das, was viele andere Banken auch gemacht haben. Die Zusammenarbeit mit zweifelhaften Vermittlern war wohl eine ganze Zeitlang gang und gebe. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich die Badenia, die Verflechtungen mit Heinen & Biege immer wieder bestritt und sich die Behauptung zurückzog, sie habe nur finanziert, bislang in den Gerichtsverfahren eine gute Figur machte. Um den Preis ihrer Unschuld und dem Titel skrupellos abgezockt bereits dargestellt haben.

Nun hat man sich dummerweise aber auch noch erwischen lassen. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen diverser Staatsanwaltschaften ist nun offensichtlich ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse in die Hände der Ermittler gefallen, das enge finanzielle Verflechtungen der Heinen und Biege-Gruppe und der Badenia aufdeckte. Wörtlich heißt es ausweislich der Süddeutschen Zeitung darin:

"Die Badenia hat Heinen & Biege zur Überbrückung einer seit 1995 andauernden Liquiditätskrise mehrere Darlehen und sonstige Finanzierungshilfen gewährt. Die Rückführung der Darlehen war vom Absatzerfolg von Heinen & Biege abhängig. Über diesen Interessenkonflikt hätte die Badenia die Kunden aufklären müssen."

Das betreffen ca. 3.300 Geschädigte mit einem Volumen von ca. 230 Mio. Euro. Damit wird die Grenze, bis zu derer man die Argumentation der Badenia vielleicht noch teilen kann, deutlich überschritten. Insbesondere, wenn die Gutachter weiter ausführen:

"Heinen & Biege war spätestens ab 1998 von der Badenia finanziell abhängig." Die Bausparkasse habe seitdem die Geschäftstätigkeit von H & B derart beeinflusst, "dass Heinen & Biege nur noch als Strohmann fungiert hat. Sie hat dadurch ihre Rolle als Kreditgeberin erheblich überschritten, sodass sie über die Risiken des Erwerbs einer Immobilie hätte aufklären müssen."

Nach diesem Zeitpunkt wurden offenbar immer noch ca. 1150 ahnungslosen Käufern Wohnungen und Darlehen für 85 Mio. Euro angedreht. Das Gutachten sei dem Vorstand im August 2002 vorgelegt worden. Vor diesem Hintergrund erscheint die stereotype Aussage, man habe ja nur finanziert, fast schon in strafwürdiger Weise bedenklich.

Allerdings scheint die Badenia nunmehr selbst vor den Banken im allgemeinen wohlgesonnenen Gerichten das Glück zu verlassen. So hat das OLG Karlsruhe in einem Urteil vom 24.11.2002 (Az: 15 U 4/01) einer Immobilienkäuferin Schadenersatz zugesprochen. Dies, soweit man der Pressemitteilung entnehmen kann, mit dem Argument die Konstruktion über Mietpools sei ungewöhnlich und branchenüblich.

Wir bleiben für Sie am Ball.