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Weiter wie bisher

Der Jahresabschluß der Securenta AG verrät nichts neues, nur daß die Probleme besser sichtbar werden

05.12.2001 - Nun ist er endlich da, der lang erwartete Geschäftsbericht für 1999. Und er verbreitet, wie ebenfalls nicht anders erwartet, Optimismus für die Zukunft. Schon für das nächste Geschäftsjahr, das mittlerweile schon länger verflossene Jahr 2000, sei wieder mit Gewinnen zu rechnen. Eine optimistische Prognose, die immerhin fast ein Jahr nach dem Schluß der Bücher kommt. Fast wie bei mancher Science-Fiction-Geschichte kommen hier Zukunft und Vergangenheit etwas durcheinander. Und fast wie dort kommt es auch immer etwas anders, als es der Autor vorausgesehen hat. Doch zunächst die "Facts":

Im wesentlichen nichts neues, möchte man meinen. Allerdings neu verpackte Zahlen, etwa eine Kapitalflußrechnung oder einen Wert zum Verlust pro Aktie nach DVFA/SG, einem Verfahren zur Ermittlung des tatsächlichen Geschäftsergebnisses ohne Sondereinflüsse. Der beträgt pro 5,00-DM-Aktie immerhin DM 3,25. Und das bei einem derzeitigen Aktienkurs von 0,22 EUR (43 Pf). Das Jahresergebnis ein sattes Minus von 199,9 Mio. DM, gebucht auch "Sonderposten mit Rücklagenanteil" in der Größenordnung von sagenhaften 3,9 Mio. DM. Das sind Sonderabschreibungen auf Immobilien. Die Abschreibungen im übrigen, mit 32,2 Mio. für Sachanlagen, Immobilien und immaterielle Vermögensgegenstände. 23,7 Mio. mußten etwa beim Immobilienvermögen außerplanmäßig abgeschrieben werden, das sich nun auf einen Verkehrswert von DM 238 Mio. beläuft. Mieterträge hieraus insgesamt: DM 15,9 Mio.. Dies bei Bankschulden von 105,8 Mio., über 60% davon kurz- oder mittelfristig.

Der Verkehrswert der Grundstücke der Gruppe, erstmals ausgewiesen, hat sich gegenüber den ursprünglichen Anschaffungskosten von ursprünglich einmal DM 300 Mio. um mehr als 20% auf 238 Mio. verringert, wie jetzt erstmals eingeräumt wird. Dort werden stille Reserven von ca. 14 Mio. genannt. Wo sonst noch Raum für außerordentliche Erlöse sein soll, ist nicht ersichtlich.

Ganz im Gegenteil: Hierbei interessant die Abschreibungen auf Finanzanlagen, die wohl auf eine komplette Neubewertung des Konzerns schließen lassen. Über 117 Mio. davon betreffen nämlich "Anteile an verbundenen Unternehmen". Eigentlich auch logisch, weil auf ein Wertpapierdepot von 310.000,00 DM selbst in Krisenzeiten der Börse keine dramatischen Verluste auflaufen können.

Inwieweit sich die These, das Ergebnis sei ausschließlich durch die im übrigen erst ein Jahr nach Schluß des Geschäftsjahres eingetretene Partin-Pleite verursacht, danach noch halten läßt, darf bezweifelt werden. Fast hätten wir jetzt übrigens geschrieben, nach Schluß der Bücher, aber wenn wir dem Bericht entnehmen, daß am Abschluß der Holding immer noch gefeilt wird, kann man das selbst heute noch nicht sagen. Wir meinen, daß es ganz allgemein die zunehmende Fehlentwicklung des Schneeballsystems ist, die immer mehr Kapital verschlingt, das andererseits nicht erwirtschaftet wird. denn eines ist klar: Die einzige profitable Konzerngesellschaft - von Kleinunternehmen abgesehen - ist die Securenta Vertriebs GmbH, deren Einnahmen u.a. ausweislich des Berliner Beschlusses vom 02.06.2000 durch Manipulationen bei der Stornohaftungszeit in die Höhe getrieben worden sein sollen. Alles andere wieder mal Fehlanzeige. Als da wären:

Partin Bank
Gutingia
Dental-Labore-Dohrn
GHG Grundstückshandel
Tennis Borussia GmbH & Co.

TDM-13.105
TDM-3.737
TDM-5.777
TDM-1.347
TDM-3.419


Ansonsten setzt sich der Brauch aus dem Vorjahr fort, den stillen Gesellschaftern die Verluste des Konzerns zuzuweisen, dieses Jahr DM 292,8 Mio., Substanzverluste, wie wir annehmen. Nur so kann das Ergebnis noch einigermaßen gekittet werden, wobei wir sehr gespannt sind, wie die Situation bei der ebenfalls mit ihrem Abschluß längst überfälligen Holding ist. Daß vor diesem Hintergrund schon im Jahr 2000 wieder Gewinne anfallen sollen, wagen wir zu bezweifeln, ist doch in dieser Periode der Verlust um Tennis Borussia Berlin zu kompensieren, auch auf Gewinne der Partin Bank wird man in 2000 wohl nicht setzen können.

Wir halten fest: Geblieben sind aus mehr als 10 Jahren Geschäftstätigkeit und vereinnahmten mehr als 2 Mrd. in bar:

  • Immobilien für 238 Mio. DM bei 105 Mio. DM Belastung (mit offensichtlich steigender Tendenz)
  • Eine Reihe äußerst schwer einschätzbarer Unternehmungen, fast ausnahmslos Verlustbringer
  • ein Wertpapierdepot für 310.000,00 DM


Das ganze kaschiert mit jeder Menge Optimismus, der allerdings durch die aktuellen Entwicklungen schon wieder konterkariert wird.

Weiter wie bisher?